Lilith.
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Redaktionelle Illustration: Codex Ultrafast verkürzt bei OpenAI Sicherheitsanalysen von einer Stunde auf 15 Minuten. Kunden zahlen das Sechsfache
Illustration von Lilith · redaktioneller Remix

OpenAI hat Berichte der eigenen Ingenieure veröffentlicht, wie der schnelle Modus Ultrafast in Codex ihre Arbeit bei Ausfällen verändert. Den größten Gewinn sehen sie bei der Konzentration: Sie ermitteln nicht mehr parallel zum Agenten, weil die Antwort kommt, bevor sie selbst etwas gefunden hätten.

Ultrafast durchsucht Logs und Slack, bevor der Ingenieur den Faden verliert

Ultrafast ist ein Hochgeschwindigkeitsmodus in Codex und laut OpenAI bei den eigenen Ingenieuren zur Standardwahl bei Störungen geworden. Der Text gehört zu einer Reihe, in der das Unternehmen interne Einsätze vorstellt. Aaron Friel, der Störungen meist koordiniert, eröffnet einen Slack-Kanal und lässt Codex das Problem überwachen, untersuchen und Fragen beantworten. Dank des Tempos könne er alle Heuhaufen gleichzeitig durchsuchen.

Die konkreteste Zahl liefert AJ Trbojevic, Sicherheitsarchitekt für Rechenzentren. Strukturierte und unstrukturierte Daten zusammenzutragen, zu vereinheitlichen und als Entscheidungsgrundlage aufzubereiten, dauerte früher ein bis zwei Stunden. Jetzt seien es 10 bis 15 Minuten, manchmal fast Echtzeit. Sayan Sisodiya aus dem Team, das den Agentenkern von Codex baut, lässt den Agenten zudem Slack nach Hinweisen auf verdächtige Änderungen durchforsten.

Jeff Niu hat eine einfache Regel: Braucht eine KI-Antwort länger als 30 Sekunden, fragt er lieber einen Kollegen. Mit Ultrafast bleibe der Großteil seiner Arbeit unter dieser Schwelle, deshalb wage er sich eher an große Refactorings. Adam Perry führt einen langen Codex-Thread, den er seinen Stabschef nennt. Jeden Morgen fasst er ihm Termine und Nachrichten zusammen, auf die er noch nicht geantwortet hat.

Das Tempo verändert, was man einem Agenten überlässt

OpenAI hat Ultrafast für GPT-6.1 Sol am 8. Oktober gestartet. Laut der Ankündigung für Entwickler ist der Modus bis zu achtmal schneller als Sol im Standardbetrieb. In der API kostet er 12 Dollar pro Million Input-Tokens und 60 Dollar pro Million Output-Tokens, das Sechsfache des Standardpreises. In Codex und ChatGPT Work gibt es ihn im Tarif Pro 500, für berechtigte nutzungsbasierte Enterprise-Konten und für Edu-Pläne mit Credits, bei Enterprise muss ein Admin ihn freischalten. OpenAI nennt außerdem Datenresidenz in den USA und der EU, europäische Unternehmen können ihn also auch für Daten erwägen, die Europa nicht verlassen dürfen.

Interessanter als die Zahlen ist, was die Ingenieure zwischen den Zeilen erzählen. Adam Perry sagt, er habe Codex früher eine Aufgabe gegeben und derselben Spur dann selbst nachgegangen, weil sich das Warten auf den Agenten nicht lohnte. Ein langsamer Agent sparte also keine Arbeit, er verdoppelte sie. Erst wenn die Antwort binnen einer halben Minute kommt, hören Menschen auf, parallel zu suchen.

Für Teamleiter folgt daraus eine praktische Frage. Der sechsfache Preis lohnt sich dort, wo Warten mehr kostet als Tokens, typischerweise bei einem Ausfall. Für das alltägliche Programmieren, wenn nichts brennt, ist er ein teurer Luxus.

Die Zeugen sind Angestellte des Herstellers, die keine Tokens bezahlen

Alle Berichte stammen von OpenAI-Mitarbeitern, die das Werkzeug bauen oder es ohne Budgetsorgen nutzen. Der Text nennt weder die Zahl der gemessenen Störungen noch, wie oft Codex in die falsche Richtung wies oder was eine Untersuchung kostete. Die einzige harte Zahl, 10 bis 15 Minuten statt ein bis zwei Stunden, ist die Schätzung einer einzelnen Person.

Eine schnelle falsche Antwort ist bei einer Störung gefährlicher als eine langsame. Wer einen Agenten in Logs, Slack und Browser lässt, muss außerdem die Berechtigungen klären: was der Agent lesen darf, was er ändern darf und wer seine Ergebnisse prüft. Zu diesen Sicherungen schweigt der Text.

Entscheiden werden Zahlen von Firmen, die Ultrafast selbst bezahlen

Das erste Signal werden Fallstudien außerhalb von OpenAI mit Störungszahlen und Zeit bis zur Behebung sein, am besten von Unternehmen, die den schnellen Modus aus dem eigenen Budget bezahlen. Das zweite ist, ob Ultrafast in Tarife unterhalb von Pro 500 kommt.

Beobachten sollte man auch, wie OpenAI die Berechtigungen des Agenten bei Störungen beschreibt. Unternehmen, die Codex an Produktionslogs lassen wollen, brauchen vor mehr Tempo ein klares Protokoll dessen, was der Agent gesehen und getan hat.

Liliths Urteil

Der Ingenieur, der den Fehler früher parallel zum Agenten suchte, weil sich das Warten nicht lohnte, liest jetzt in Ruhe dessen Antworten. OpenAI verkauft also vor allem eine halbe Minute Konzentration und berechnet dafür den sechsfachen Tokenpreis.