Lilith.
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Redaktionelle Illustration: ARTEX ließ 1.608 aktive Panels für autonome Angriffe offen im Netz
Illustration von Lilith · redaktioneller Remix

Sicherheitsforscher erhielten einen ungewöhnlichen Einblick in ARTEX, eine Open-Source-Plattform zur Koordination von AI-Agenten bei Penetrationstests und realen Angriffen. Möglich wurde dies durch öffentlich erreichbare Administrationsoberflächen, nicht durch einen aufwendigen Einbruch.

Offene Panels zeigten das Werkzeug und die Arbeit seiner Betreiber

Check Point fand 2.557 Systeme, die ARTEX betrieben oder früher betrieben hatten. Zum Untersuchungszeitpunkt waren 1.608 Instanzen aktiv und öffentlich erreichbar. Zehn falsch konfigurierte Systeme legten ihre vollständigen Datenbanken offen, einschließlich Betreiber-Prompts, ausgewählter Modelle und einzelner Agentenschritte.

ARTEX entstand als chinesische Open-Source-Plattform für autorisierte Penetrationstests. Nach Berichten über Angriffe auf südkoreanische Banken schloss der Entwickler den Quellcode am 8. Oktober, doch Kopien und Forks blieben verfügbar. Die Zahl öffentlicher Panels zeigt nicht, wie viele Kriminellen gehören. Einige können von Verteidigern oder Forschenden betrieben werden.

Der Agent machte den Angreifer vom Fahrer zum Zielgeber

Die offenen Datenbanken zeigen einen veränderten Ablauf. Betreiber setzten häufig nur ein Ziel und fragten später nach dem Fortschritt. Die Agenten suchten selbst nach Schwachstellen, versuchten Zugriffe und wechselten zwischen Zielen. In einer Kampagne gegen Shops für iOS-Zertifikate erbeuteten sie mehr als 300 Zertifikate, von denen drei die vollständige Validierung bestanden.

Die Techniken waren überwiegend bekannt: schwache Passwörter, fehlende Authentifizierung, Zugangsdaten im Front-End-Code und übliche Webfehler. Neu sind Tempo und Ausdauer. Eine Person kann eine Flotte viele Anwendungen prüfen lassen, ohne jeden Schritt zu steuern.

Autonomie skaliert Irrtümer genauso gut wie Angriffsversuche

Eine weitere beobachtete Kampagne verarbeitete 167,5 Millionen Tokens, erzeugte 400.791 Agentennachrichten und richtete sich gegen 292 Ziele mit Kryptowährungsbezug. Der Angreifer verdiente dennoch 0 US-Dollar. Einige Agenten hielten eine erfolgreiche API-Antwort für einen erfolgreichen Geldtransfer, obwohl die Wallet leer blieb.

Harmlos war die Aktivität deshalb nicht. Während der erfolglosen Suche nach Geld fanden Agenten Datenbanken, persönliche Informationen und Zugangsdaten für Cloud-Speicher. Die zehn offenen Datenbanken sind zudem eine Zufallsstichprobe falsch konfigurierter Server und nicht repräsentativ für alle 1.608 öffentlichen Instanzen.

Verteidiger müssen billige Fehler vor den Agentenflotten beseitigen

Als Nächstes zählt, ob die Zahl öffentlicher Panels nach der Veröffentlichung sinkt und ob Kampagnen vom opportunistischen Scannen zu gezielteren Operationen wechseln. Auch der Abstand zwischen gefundenen Schwachstellen und tatsächlicher Wirkung ist entscheidend.

Die unmittelbare Abwehr bleibt erstaunlich gewöhnlich: Mehrfaktor-Authentifizierung, keine Geheimnisse im Client-Code, geschützte APIs und schnelle Patches für öffentliche Dienste. ARTEX hat grundlegende Sicherheitshygiene nicht abgeschafft. Es hat nur die Zeit verkürzt, in der Nachlässigkeit folgenlos bleiben kann.

Liliths Urteil

Früher musste ein Dieb ein Schloss nach dem anderen knacken. Mit ARTEX setzt er ein Ziel, geht schlafen und liest morgens die Berichte Hunderter Agenten. Ihre Fehler sind nur lustig, bis einer eine Produktions-API ohne Passwort findet.