2026-11-03 · ← News
Eine unhörbare Flugzeugspur lokalisierte ein Video auf wenige Dutzend Meter
Der OSINT Forscher Colsto glich Dopplerkurven von Propellerflugzeugen mit ADS-B Daten ab und fand die Kamera eines nahezu statischen Videos. Die Methode ist aufwendig, zeigt aber, dass vermeintliches Rauschen Standortdaten enthalten kann.
Das Bild konnte nicht geladen werden.
Colsto begann mit einem nahezu statischen Video, dem Datum 8. September und dem Wissen, dass es in den zusammenhängenden USA aufgenommen wurde. Im Spektrogramm fand er zwei schwache Dopplerkurven von Propellerflugzeugen und glich sie mit öffentlichen ADS-B Daten ab.
Zwei Flugzeuge im Abstand von 920 Sekunden grenzten die Suche in den USA ein
Zuerst suchte er Orte, an denen ein Beobachter ein passendes Flugzeug und 920 Sekunden später ein weiteres hören konnte. Die Berechnung berücksichtigte Geschwindigkeit, Höhe, Gelände und die Laufzeit des Schalls. Auch die Stille zwischen beiden Überflügen diente als Filter.
Danach modellierte er die genaue Dopplerkurve der realen Flugbahnen. Der beste Treffer führte an ein Ufer, wo Street View die Baumlinie und die Kamera auf einem Mast bestätigte. Colsto beziffert die Genauigkeit auf wenige hundert Fuß.
Hintergrundgeräusche werden zu einer weiteren Ebene von Standortdaten
Die Hauptdemonstration nutzte ein datiertes Video und Flugdaten. In einem zweiten Versuch reichte eine Minute einer fast unhörbaren Flugzeugspur, wenn die genaue Aufnahmezeit bekannt war. Das betrifft Anrufe, Überwachungsvideos und Aufnahmen ohne sichtbare Orientierungspunkte.
Für OSINT ergänzt Flugzeugton Hinweise wie Schatten, Wetter und Verkehr. Für Journalisten, Ermittler und gefährdete Quellen zeigt er, dass das Entfernen von GPS Daten nicht jedes Standortsignal beseitigt.
Der Angriff braucht weiterhin Daten, Rechenleistung und besonders geeignetes Audio
Colsto berichtet von monatelanger Arbeit, mehr als 5.000 Codezeilen und 50 GB Daten. Fehlende Zeitangaben, lückenhafte Flugdaten oder eine schwache Spur erschweren die Suche stark. Meist gäbe es für Angreifer ohnehin einfachere Wege.
Ein einfacher High-Pass Filter kann scheitern, weil sich die Frequenzen mit menschlicher Sprache überschneiden und die Spur Telefonkompression überstehen kann. Gezeigt wird eine Möglichkeit, kein Automat zur zuverlässigen Ortung jeder Aufnahme.
Praktische Werkzeuge zeigen, ob die Technik ein einzelnes Labor verlässt
Der nächste Schritt wäre ein wiederholbares Werkzeug, das Audio und verfügbare ADS-B Daten ohne monatelange Handarbeit verarbeitet. Ebenso wichtig sind Tests mit falschen Zeitangaben, fehlenden Flügen, Stadtlärm und unterschiedlichen Mikrofonen.
Eine einfache Abwehr gibt es bisher nicht. Schnitte, gezielte Rauschminderung und zurückgehaltene Zeitangaben können die Suche erschweren. Dabei müssen Sprache und Beweiswert der Aufnahme erhalten bleiben.
Liliths Urteil
Die Kamera stand am Wasser und zeigte fast nichts. Verraten wurde sie von zwei Flugzeugen außerhalb des Bildes. Privatsphäre entweicht manchmal durch das Mikrofon, während alle auf GPS achten.