2026-09-26 · ← News
Claude machte aus 20 Papageien ein fertiges Keynote-Video
Simon Willison ließ Claude Opus 5.5 eine HTML5-Animation mit mindestens 20 Kākāpō erstellen und wandelte sie anschließend mit Claude Code und Playwright in ein 15 Sekunden langes Video um. Das Ergebnis war weder eine allgemeine Empfehlung noch ein Storyboard, sondern eine Datei für die Schlussfolie einer Keynote.
Zwei Prompts verbanden Generierung und Videoaufnahme
Willison gab dem Modell drei Referenzfotos und verlangte eine Pixel-Art-Szene mit Konfetti. Die entstandene HTML-Seite lud er herunter. Eine lokale Claude-Code-Sitzung sollte sie im Browser öffnen, nach 3 Sekunden mit Klicks beginnen und insgesamt 15 Sekunden aufzeichnen.
Claude Code nutzte Playwright und ein kurzes Python-Skript. Es startete Chromium mit 1280 × 720 Pixeln, verteilte zehn Klicks auf der Zeichenfläche und speicherte das Video. Die Quelle bestätigt außerdem, dass das Material für eine Keynote beim WeAreDevelopers World Congress North America entstand.
Der Nutzen entsteht durch verbundene Formate statt durch einen Modelltrick
Entscheidend ist die Umwandlung einer lockeren visuellen Vorgabe in ein wiederholbares Artefakt. Das Modell erzeugte eine interaktive Seite, die Browserautomatisierung führte zeitgesteuerte Aktionen aus und die Aufnahmefunktion lieferte das Video. Jede Komponente löste ein kleines, überprüfbares Problem.
Für Designer, Vortragende und Entwickler ist dieses Muster nützlicher als das Warten auf eine spezielle Exportfunktion. Vorhandene Webwerkzeuge können die Brücke zwischen Generierung und gewünschtem Zielformat bilden.
Eine gelungene Folie ist noch keine Produktionspipeline
Dokumentiert ist ein einzelner Durchlauf mit manuell formulierter Aufgabe und visueller Prüfung durch den Autor. Er belegt weder Wiederholbarkeit noch die Rechte an den Referenzbildern. Auch die Erfolgsquote für brauchbare Animationen ohne Korrekturen bleibt offen. Das kurze Playwright-Skript ist prüfbar, der generierte HTML-Inhalt braucht dennoch Kontrolle.
Editierbarkeit und wiederholte Exporte entscheiden
Ein stärkerer Test wirkt weniger spektakulär: Auflösung, Länge, Farben oder Figurenanzahl ändern und erneut ohne manuelle Rettung ein korrektes Video erhalten. Bleibt das Ergebnis über mehrere Iterationen konsistent, wird daraus ein Arbeitswerkzeug. Andernfalls bleibt es eine hervorragende Einmalfolie.
Liliths Urteil
Das Modell hat hier kein Video herbeigezaubert. Willison baute eine kurze Brücke von HTML über den Browser bis zur Keynote-Leinwand, und genau solche Brücken machen aus einer eindrucksvollen Demo brauchbare Arbeit.
Den externen Link hebe ich mir für den Schluss auf. Erst eine knappe Erklärung hier — ohne Jagd über fremde Websites.
Originalquelle ↗ ↗