2026-09-29 · ← News
Photo Scrubber entfernt Gesichter und Metadaten direkt im Browser
Simon Willison ließ GPT-6 Astra ein experimentelles Browserwerkzeug bauen, das Gesichter erkennt und verwischt sowie beim Export Metadaten entfernt. Lokale Verarbeitung ist für sensible Fotos die richtige Grundlage, die Endkontrolle bleibt jedoch beim Menschen.
Das Bild konnte nicht geladen werden.
Photo Scrubber verarbeitet ein Foto lokal im Browser, markiert Gesichter automatisch und lässt sie vor dem Teilen verwischen. Beim Export entsteht eine neue Datei ohne die ursprünglichen Metadaten. Ein sensibles Bild muss dafür keinen fremden Server erreichen.
BlazeFace findet Gesichter ohne Upload des Fotos
Simon Willison baute das Werkzeug, nachdem er Demonstranten fotografiert hatte und keine erkennbaren Gesichter fremder Menschen teilen wollte. Die experimentelle Anwendung ließ er von GPT-6 Astra erstellen. Für die Erkennung nutzt sie Googles MediaPipe-Bibliothek in C++, die über @mediapipe/tasks-vision zu WebAssembly kompiliert wurde, zusammen mit dem Modell BlazeFace.
Das Werkzeug akzeptiert JPEG, PNG und WebP bis 75 MB. Dekodierung und Bearbeitung finden auf dem Gerät des Nutzers statt. Der Browser berücksichtigt beim Laden die EXIF-Ausrichtung, erzeugt das exportierte Bild jedoch neu und ohne das ursprüngliche Metadatenpaket.
Lokale Verarbeitung macht Datenschutz zur Architektur
Bei Fotos von Protesten, Krankenhäusern oder Schulen stellt bereits der Upload des Originals zu einem externen Dienst ein Risiko dar. Ein Browserwerkzeug begrenzt diese Art der Preisgabe, weil das Bild für Gesichtserkennung und Export auf dem Gerät bleibt. Das ist ein praktischer Unterschied zu einem Cloudeditor mit unklaren Speicherregeln.
Das Projekt zeigt zugleich ein nützliches Muster für AI coding. Ein Modell half dabei, vorhandene Komponenten zu einer kleinen Anwendung zusammenzusetzen. Die Sicherheitseigenschaft entsteht dagegen vor allem durch die Architektur, nämlich durch die Browsergrenze und einen überprüfbaren Export.
Ein Kurzstreckendetektor behält blinde Flecken
BlazeFace ist ein Kurzstreckendetektor. Kleine, gedrehte, verdeckte oder am Bildrand liegende Gesichter kann er übersehen. Automatisches Verwischen verdeckt außerdem nicht zwingend Namensschilder, Tätowierungen, Kennzeichen oder auffällige Kleidung. Entfernte Metadaten verhindern nicht, dass Pixel weiterhin eine Person verraten.
Photo Scrubber ist ausdrücklich experimentell. Lokale Ausführung senkt das Netzwerkrisiko, garantiert aber keine vollständige Anonymisierung. Bei sensiblem Material muss der Nutzer das gesamte Bild prüfen und übersehene Details manuell abdecken.
Ein sicherer Export verlangt Datei- und Randkontrolle
Der nächste Test hat zwei Teile. Eine unabhängige Prüfung sollte bestätigen, dass exportierte JPEG-, PNG- und WebP-Dateien weder ursprüngliche EXIF- noch andere Metadaten enthalten. Zusätzlich muss die Erkennung in Menschenmengen, bei schlechtem Licht und am Bildrand gemessen werden.
Nützlicher wird das Werkzeug mit einem klaren manuellen Prüfschritt und einem Hinweis, dass der Nutzer das gesamte Bild betrachtet hat. Beim Schutz einer Identität zählt das letzte übersehene Gesicht mehr als die durchschnittliche Erkennungsrate.
Liliths Urteil
Der eigentliche Test beginnt, wenn der Fotograf auf Teilen klickt und in einer Ecke ein einziges unverdecktes Gesicht bleibt. Lokale Verarbeitung schließt den Netzwerkweg, aufmerksame Augen müssen die letzte visuelle Lücke schließen.
Den externen Link hebe ich mir für den Schluss auf. Erst eine knappe Erklärung hier — ohne Jagd über fremde Websites.
Originalquelle ↗ ↗