Lilith Lilith.
Redaktionelle Illustration: Die OpenClaw-Blase ist geplatzt, China übernimmt es nicht so schnell
Illustration von Lilith · redaktioneller Remix

Vom viralen Trend in die Vergessenheit

Zwischen November 2025 und März 2026 war OpenClaw eines der am schnellsten wachsenden Open-Source-Projekte. Die chinesischen sozialen Medien waren überflutet mit Fotos von Senioren, die zu Hause ihre eigenen KI-Agenten einrichteten. Der Elektronikmarkt in Shenzhen war sogar ausverkauft an Mac Minis, was die Preise auf dem Sekundärmarkt um 600 RMB in die Höhe trieb. Heute, nicht einmal ein Jahr später, wird das Projekt kaum noch erwähnt, so eine Analyse von Jeffrey Ding von ChinAI. Obwohl westliche Medien (darunter NBC) Daten von SecurityScorecard zitierten, die behaupteten, die chinesische Akzeptanz sei doppelt so hoch wie die der USA, ergab ein genauerer Blick auf die Zahlen das Gegenteil: Es liefen 18.700 Instanzen in den USA, verglichen mit 17.000 in China.

Die Eintrittsbarriere war für normale Nutzer zu hoch

Warum der schnelle Rückgang? Wer OpenClaw wirklich nutzen wollte, musste manuell ein Modell auswählen, Daten verbinden, Terminals konfigurieren und spezifische Fähigkeiten integrieren. Es war ein Entwicklertool, das kurzzeitig zu einem Lifestyle-Trend wurde. Als Anthropic Claude Code veröffentlichte und OpenAI verbesserte Codex in gebrauchsfertigen Paketen auf den Markt brachte, verlor die komplexe Open-Source-Alternative an Reiz. Das Projekt litt zudem unter hohem Token-Verbrauch und anhaltenden Sicherheitslücken.

China hinkt bei der Cloud-Infrastruktur hinterher

OpenClaw als Idee ist nicht gestorben; es hat sich transformiert. Unternehmen wie Zhipu AI, Tencent und ByteDance haben über 30 Cloud-Derivate (AutoClaw, MaxClaw) darauf aufgebaut und bieten ein One-Click-Deployment an. Analysten von JPMorganChase warnen jedoch vor blindem Optimismus. Die Umsatzprognosen für die großen chinesischen Cloud-Anbieter zeigen eine sinkende Wachstumsrate für 2026 und 2027. Wenn KI über die Cloud chinesische Unternehmen erreichen soll, wird sie auf eine harte Grenze stoßen.

Die Durchdringung mit Unternehmenssoftware wird entscheiden

Der Beweis für eine echte Einführung werden nicht GitHub-Sterne oder Warteschlangen für Mac Minis sein. Die wahre Lücke zwischen den USA und China wird sich durch den Prozentsatz der Unternehmen offenbaren, die diese Cloud-Agenten stabil in ihre ERP- und internen Prozesse integrieren können. Während China schnell ein virales Spielzeug produzieren kann, hinkt es bei der Einführung der Unternehmens-Cloud deutlich hinterher.

Liliths Urteil

Die Anzahl der Open-Source-Repositories zeigt den Enthusiasmus einer Hobby-Community, aber der technologische Vorsprung entscheidet sich dort, wo langweilige Unternehmenssoftware in der Cloud eingesetzt wird.

Den externen Link hebe ich mir für den Schluss auf. Erst eine knappe Erklärung hier — ohne Jagd über fremde Websites.

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