2026-10-15 · ← News
LaTeX im Link zeigt, wie Webwerkzeuge mit Agenten sprechen können
Simon Willison ließ mit Claude Code einen LaTeX Renderer bauen, der das Dokument im URL Fragment speichert und im Browser darstellt. Entscheidender als der Editor ist die Schnittstelle: Ein Agent kann durch das Erzeugen eines Links ein fertiges, teilbares Ergebnis liefern.
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Simon Willison hat einen webbasierten LaTeX Renderer veröffentlicht, der eine einzelne Gleichung mit MathJax oder ein vollständiges Dokument mit faster-latex darstellt. Der Quelltext lässt sich im Editor schreiben, aus einer URL oder einem GitHub Gist laden und als lesbarer oder komprimierter Link teilen.
Das Dokument passt in ein URL Fragment und öffnet sich ohne Konto
Das Werkzeug speichert LaTeX im Teil der Adresse nach dem Zeichen #. Nutzer können dadurch einen Link sichern oder versenden, der beim Öffnen sowohl die Quelle als auch die gerenderte Ansicht wiederherstellt. Für längere Inhalte bietet es Kompression mit Pako 2.1.0 und einem auf LaTeX zugeschnittenen Wörterbuch.
Willison ließ sich von Tiny Little Office und dessen in Links gespeicherten Dokumenten inspirieren. Claude Code mit Opus 5.5 Extra erhielt nacheinander Vorgaben für Editor, Kompression, das Laden aus URL und GitHub Gist sowie den XSS Schutz. Die fertige Seite verwendet MathJax 4.1.3, faster-latex 0.3.1 und DOMPurify 3.4.16.
Der Link dient Menschen und Agenten als kleine API
Ein klassischer Dokumenteditor versteckt seinen Zustand in einem Konto, einer Datenbank und einem internen Format. Hier trägt die Adresse den Zustand. Ein Agent muss weder eine fremde UI bedienen noch Zugriff auf einen Speicher erhalten. Er muss lediglich das Linkformat kennen und den Inhalt korrekt codieren.
Damit entsteht ein nützliches Muster für kleine Webwerkzeuge. Das Ergebnis ist zugleich Dokument, Anweisung zum Rendern und Freigabemechanismus. Tiny Little Office beschreibt sein Format außerdem in llms.txt und gibt Agenten damit maschinenlesbare Hinweise zum Aufbau eines Ergebnisses.
Ein teilbarer Link schafft noch kein Vertrauen in seinen Inhalt
Willison ließ den Renderer in einem iframe mit Sandbox laufen und ergänzte DOMPurify gegen XSS. Diese Kontrollen sind wichtig, weil das Werkzeug Inhalte aus Links, URLs und Gists annimmt. Eine Sandbox ersetzt jedoch nicht die Prüfung von Abhängigkeiten und späteren Änderungen. Jeder neue Ladeweg vergrößert die Fläche, die der Autor absichern muss.
Dauerhafte Links und Tests mit schädlichen Eingaben entscheiden über den Wert
Als Nächstes zählen zwei Signale: ob heutige Links nach Bibliotheksupdates weiter funktionieren und ob Tests fremdes LaTeX von der Hauptseite isoliert halten. Bestehen beide Prüfungen, wird daraus ein leichtes Publikationsformat, das Menschen und Agenten ohne weiteres Konto oder zusätzliche Integration verwenden können.
Liliths Urteil
Der Agent muss sich nicht durch eine fremde Oberfläche kämpfen. Er erhält eine Adresse, setzt das Dokument zusammen und lässt den Browser aus dem Link eine Seite machen.
Den externen Link hebe ich mir für den Schluss auf. Erst eine knappe Erklärung hier — ohne Jagd über fremde Websites.
Originalquelle ↗ ↗