Lilith.
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Redaktionelle Illustration: Warum auf GPT-5.6 die 6.1 folgte und nicht 5.7: Ein OpenAI-Mitarbeiter entschlüsselt die Modellnamen
Illustration von Lilith · redaktioneller Remix

In einem Hacker-News-Thread zum Start von GPT-6.1 Terra hat Ted Sanders von OpenAI erklärt, wie das Unternehmen seine Modelle benennt. Simon Willison zitierte ihn am 28. Oktober in seinem Blog. Der Kommentar gibt Entwicklern einen einfachen Schlüssel zu einem Angebot, in dem inzwischen vier Größen und mehrere Generationen nebeneinanderstehen.

Der Name verrät die Größe, die Versionsnummer drei andere Dinge

Laut Sanders ist die Leistung von Sprachmodellen vielschichtig, und das beste Modell in Mathematik ist nicht zwingend das beste bei Witzen. Einen großen Teil der Unterschiede erklärt aus seiner Sicht aber eine einzige Größe: die Modellgröße. Größere Modelle sind in der Regel leistungsfähiger und zuverlässiger, kosten mehr pro Token und erinnern sich besser an entlegene Fakten. Die Modelle von OpenAI sind deshalb vom kleinsten zum größten geordnet: Luna, Terra, Sol, Astra. Die lateinischen Namen führen vom Mond über Erde und Sonne bis zu den Sternen.

Die Versionsnummer sagt laut Sanders drei Dinge zugleich: die Reihenfolge der Veröffentlichung, die Verwandtschaft mit anderen Modellen und die Größe des Sprungs. Version 6.1 erschien nach 5.6 und teilt einen Teil der Trainingsdaten und der Persönlichkeit mit den anderen 6.1-Modellen, deshalb heißt sie nicht 5.7. Zugleich ist der Sprung nicht groß genug für die Schlagzeilen und Erwartungen, die eine 7 auslösen würde.

Sanders erinnerte daran, dass OpenAI mit Nummern früher auch die Größe angedeutet hat. Deshalb erschien GPT-4.1, ein kleines Update von GPT-4, erst nach GPT-4.5, das gegenüber GPT-4 ein großer Sprung gewesen war. Zum Schluss fragte er, ob jemand eine bessere Idee für die Benennung habe.

Entwickler bekommen eine Regel für die Modellwahl, Ausnahmen inklusive

Sanders gibt einen praktischen Rat. Wem nur Qualität wichtig ist, der nimmt Astra. Wer etwas auf den Preis achtet, nimmt Sol, und wer sehr auf den Preis achtet, Terra oder Luna. Für ein Team, das das Budget eines Agenten plant, ist das ein brauchbarerer Wegweiser als Marketingseiten. Terra kostet in der API 1 Dollar pro Million Input-Token und 5 Dollar pro Million Output-Token, halb so viel wie Sol.

Gleich darauf nennt er Ausnahmen. Neuere Modelle können bessere Daten oder Techniken haben, und dann schlägt ein kleineres Modell ein größeres in manchen Disziplinen. Als Beispiele nennt er Sonnet 5.5 gegen Fable 5.1 und Gemini 3.8 Flash gegen 3.1 Pro. Terra selbst sei bei technischer Kommunikation besser als Sol und Astra, bei Vision und Computer Use ähnlich, aber deutlich schneller, und bei den meisten anderen Dingen etwas schwächer.

Der wichtigste Teil kommt zuletzt. Die Modellgröße ist laut Sanders eine andere Achse als der Reasoning-Aufwand, und beide unterscheiden sich von der Zahl der eingesetzten Agenten. Würde OpenAI alles unter einem Etikett wie „mehr IQ“ zusammenfassen, gingen für Nutzer wichtige Details verloren. Entwickler wählen also eine Kombination aus mindestens drei Einstellungen, dazu kommt die Modellgeneration.

Ein Forenkommentar ersetzt keine Dokumentation

Sanders äußert sich als OpenAI-Mitarbeiter in einem Diskussionsthread, ein offizielles Dokument des Unternehmens ist das nicht. Seine Vergleiche stützen sich zudem auf ein vages „in manchem besser“. Er sagt weder, um wie viel, noch bei welchen Aufgaben, sodass ein Team daraus nicht ablesen kann, wann sich der Schritt eine Stufe tiefer lohnt.

Die Größenregel ist nur ein Ausgangspunkt, wie Sanders selbst einräumt. Wenn Terra Astra in einer Disziplin schlägt, reicht die Leiter von Luna bis Astra nicht aus, und Teams müssen ihre eigenen Aufgaben ohnehin selbst messen. Die Namen helfen bei der Orientierung, die Entscheidung nehmen sie Entwicklern aber nicht ab.

Das nächste Release wird die Regel prüfen

Der einfachste Test ist das nächste Modell. Benennt OpenAI den nächsten Schritt nach denselben Regeln und erklärt ihn in der Dokumentation so verständlich wie Sanders in seinem Kommentar, hält das System. Kommt eine weitere Ausnahme wie GPT-4.1 nach GPT-4.5, bleibt der Schlüssel zu den Namen in Forenthreads vergraben.

Das zweite Signal ist, ob OpenAI Vergleiche nach einzelnen Disziplinen veröffentlicht. Die Behauptung, Terra sei bei technischer Kommunikation besser als Astra, braucht Zahlen, bevor jemand danach einkauft.

Liliths Urteil

OpenAI hat seine Modelle vom Mond bis zu den Sternen sortiert und eine Nummer dazugestellt, die drei Dinge zugleich bedeutet. Wer das Budget eines Agenten plant, fand die klarste Karte dieses Himmels in einem Hacker-News-Kommentar, gezeichnet im Namen der Firma von einem einzigen Mitarbeiter.