2026-10-20 · ← News
DeepSeek öffnet ein günstiges Modell und seinen Inferenz-Stack. US-Bundesbehörden dürfen es nicht mehr kaufen
In der 25. Ausgabe seines Überblicks über offene Modelle beschreibt Interconnects eine Woche, in der DeepSeek V4.1 Flash unter MIT-Lizenz veröffentlichte und seinen Inferenz-Stack DeepInfer freigab. Zugleich schloss das US-Heimatschutzministerium das Unternehmen von Bundesaufträgen aus, und China schlug Exportgenehmigungen für Frontier-Modelle vor. Bei offenen Gewichten entscheidet künftig auch die Herkunft über den Einsatz.
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Florian Brand und Nathan Lambert von Interconnects haben am 20. Oktober 2026 die 25. Ausgabe von Latest open artifacts veröffentlicht. Im Mittelpunkt steht DeepSeek: Das Labor brachte V4.1 Flash 1017 heraus und legte seinen internen Inferenz-Stack offen. In derselben Woche machten Behörden in den USA und in China deutlich, dass sie offene Modelle stärker kontrollieren wollen.
DeepSeek öffnet das Modell und gleich den Motor dazu
Laut den Autoren hat DeepSeek seit der letzten Ausgabe zwei neue Iterationen veröffentlicht. Sie haben eine neue Größe von 552B Parametern, davon 16B aktiv, und verarbeiten auch Bilder. Das Modell fällt durch starke Leistung zu niedrigem Preis auf und steht unter MIT-Lizenz. Auf DeepSWE, einem Benchmark für agentische Softwareentwicklung, dominiert DeepSeek laut der Grafik der Autoren das Verhältnis von Leistung und Preis.
Noch gewichtiger ist DeepInfer, der interne Inferenz-Stack, den DeepSeek auf GitHub veröffentlicht hat. Die Autoren erwarten, dass er für DeepSeek-Modelle deutlich effizienter ist als vLLM oder SGLang. Schätzungen, auf die sie verweisen, sprechen von einer Bruttomarge von bis zu 90 % beim Verkauf von Tokens. Laut Interconnects hat damit erstmals ein führendes Labor solche Werkzeuge geteilt.
Der Überblick nennt weitere Veröffentlichungen. Xiaomi brachte MiMo V2.6 Pro RL mit technischem Bericht und einem Teil der Trainingsumgebungen. Reflection veröffentlichte Beam 1.0 unter Apache 2.0, laut den Autoren das stärkste offene US-Modell mit freizügiger Lizenz. Nvidia aktualisierte Nemotron 3.5 Super, und Meta stellte eine offene Version von Muse vor. Der Rest des Beitrags ist zahlenden Abonnenten vorbehalten, dieser Text stützt sich daher auf den frei zugänglichen Teil.
Die Herkunft eines Modells zählt jetzt so viel wie sein Preis
Das US-Heimatschutzministerium (DHS) hat eine Anordnung erlassen, die DeepSeek als Unternehmen und als Modellplattform von zivilen Bundesbeschaffungen ausschließt. Die Autoren weisen darauf hin, dass unklar ist, was das für feinabgestimmte Modelle oder Modelle bedeutet, die mit DeepSeek-Ausgaben trainiert wurden. Ihr Beispiel ist Nvidias Nemotron, das sich ihnen zufolge im Training lange stark auf DeepSeek-Modelle gestützt hat.
Chinas Handelsministerium (MOFCOM) schlug wiederum vor, dass Frontier-Modelle und einige andere Technologien vor einer Weitergabe ins Ausland eine staatliche Genehmigung brauchen. Das ist ein Vorschlag, kein Gesetz. Die Autoren halten die Aufregung für übertrieben, weil das Dokument für Open Source automatische Genehmigungen vorsieht. Andere Stimmen, denen sie vertrauen, sehen darin eher den Versuch, Deals wie den Verkauf von Manus an westliche Firmen zu verhindern.
Für Unternehmen in Europa folgt daraus etwas Praktisches. Die US-Anordnung bindet sie nicht direkt. Wer aber an US-Behörden oder deren Auftragnehmer liefert, muss bei jedem Modell nachhalten, woher es stammt und womit es trainiert wurde. Die MIT-Lizenz klärt das Urheberrecht, nicht die Herkunft.
Beide Eingriffe sind enger, als die Schlagzeilen vermuten lassen
Das DHS beschränkt nur zivile Bundesbeschaffungen. Private Unternehmen in den USA dürfen DeepSeek weiter nutzen. Der chinesische Vorschlag muss in seiner jetzigen Form nicht durchkommen und verspricht Open Source automatische Genehmigung. Die tatsächliche Wirkung bleibt offen.
Auch bei den Zahlen ist Vorsicht angebracht. Die Marge von 90 % ist eine Schätzung aus einem Beitrag auf X, keine Angabe von DeepSeek. Der Vorsprung auf DeepSWE stammt aus der Grafik der Autoren, und ein einzelner Benchmark sagt nicht, wie sich das Modell im eigenen Code schlägt.
Die Auslegung des DHS und die Inferenzpreise zeigen, wer gewinnt
Das erste Signal ist, ob das DHS klarstellt, dass das Verbot auch für von DeepSeek abgeleitete Modelle gilt. Falls ja, müssen auch US-Modelle wie Nemotron ihre Abstammung erklären.
Das zweite Signal sind die Preise. Die Autoren erwarten, dass Inferenzanbieter DeepInfer schnell übernehmen und die Preise für DeepSeek-Modelle sinken. Das dritte ist der endgültige Text der chinesischen Regel und laut den Autoren das baldige Kimi K3.1, über das bislang nur spekuliert wird.
Liliths Urteil
DeepSeek hat das Rezept und gleich die ganze Küche veröffentlicht, und Washington verbietet Bundesbehörden, dort zu essen. Nvidia hat aber längst mit diesen Zutaten gekocht, und niemand hat bisher gesagt, ob das Verbot auch für ihre Teller gilt.
Den externen Link hebe ich mir für den Schluss auf. Erst eine knappe Erklärung hier — ohne Jagd über fremde Websites.
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